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Geschichte der Burgstraße

Im Rahmen des 11. Kulturkabinetts am 30. Januar 2013 stellte Stadtarchivar Marcus Ewers die Geschichte der Burgstraße vom Mittelalter bis heute vor. Diese Zeitreise zeigt wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen das Bild einer Stadt prägen. Die Burgstraße hat viel erlebt.

 

 

Die Burgstraße, welche sich heute von der Poststraße bis zur Goetersstraße erstreckt, existiert seit dem Jahre 1869, besaß aber nicht immer dieselbe Ausdehnung.

 

Zunächst umfasste die Straße nur den Bereich zw. Goeters- und Lindenstraße.

 

Ab 1940 den Bereich zw. Goeters- und Bahnhofstraße

 

Ab 1980 den Bereich zw. Goetersstraße und Poststraße. Hierbei wurde das letzte Teilstück der Rathausstraße, welche bis 1940 zur Lindenstraße langte, vereinnahmt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittelalter und frühe Neuzeit

 

Die Burgstraße hat Ihren Namen – und das mag wenig verwundern – von einer Burg. Doch welcher? Kaum einen Viersener ist bekannt, dass Viersen tatsächlich einmal eine Burg besaß, ganz zu schweigen davon, wo sie sich befand.

Nun wird man sich sicher von der Vermutung leiten lassen, dass sich die Burg irgendwo in der Nahe der Burgstraße befunden haben muss, doch ist das leider so nicht ganz richtig.

Wenn auch ihre Lage nicht mit letzter Sicherheit zu lokalisieren ist, so lag sie doch vermutlich im Bereich nördlich der Alten Bruchstraße – ihr Grundriss ist in der Urkatasterkarte von 1812 zu erahnen. Sie bestand, wie alle rheinischen Niederungsburgen, aus der Haupt- und Vorburg, die von Gräben und Wällen umgeben waren.

Norrenberg vermutet mit einiger Zurückhaltung, dass sich der alte Vossenhof an der Stelle der alten Burg befand. Die Existenz der Burg selbst sieht er außer Zweifel stehend, da auf der Karte des italienischen Geographen Guicciardini für Viersen eine Burg eingezeichnet war. Zweifelsohne wird hier im 12./13. Jahrhundert, ähnlich wie in Oedt, Odenkirchen und anderen Orten der Umgegend ein Castrum – eine Burg – gestanden haben. Im Jahre 1369 wird die Motte als „tguet der Borgh“ und 1393 als „op der Borch“ erwähnt. Ansonsten erreichen aber keine Nachrichten mehr von ihr unsere schriftliche Überlieferung.

 

 

Ein Hinweis auf die Lage der Burg ist natürlich auch im Verlauf der Lindenstraße zu erkennen, die ihren Namen von der alten Burglinde, ein Rechtsdenkmal aus alter Zeit, erhielt. Die Burgvögte pflegten unter dem alten Gerichtsbaum der Deutschen, Recht zu sprechen. Die Lindenstraße trug in alter Zeit auch die Bezeichnung Burgstraße und das aus dem offenkundigen Grund heraus, dass sie die Hauptstraße mit der Burg verband. Die sie umgebende Feldflur trug hingegen die Bezeichnung Burgfeld – ein Umstand, der dann zu der Benennung unserer heutigen Burgstraße führen sollte. Bevor diese aber 1869 ihren Namen erhielt, trug sie die Bezeichnung Biesen-Mühlweg, dessen erste Nennung uns für das Jahr 1585 überliefert ist.

 

Ausgehend von der Beisenmühle, führte der Weg nach Süden zur heutigen Lindenstraße, auf die er in Höhe der heutigen Polizeiwache stieß.

 

Die alte Getreidemühle, die schon im Viersener Schatzregister von 1369 belegt ist, wurde durch den Dorfer Bach angetrieben, der damals noch oberirdisch entlang der Goetersstraße verlief.

Die Mühle trug früher auch die Bezeichnung Rahsermühle – nach einer Müllerfamilie, nicht nach der gleichnamigen Honschaft in Viersens Norden.

 

 


Eintrag im Leibgewinnsgregister

 

Das Leibgewinnsregister aus dem Jahre 1663 überliefert uns eine bis 1408 zurückreichende Besitzerfolger der Biesenmühle. Ausgehend von Willmken Biesen, der „Anno 1408 mit diesem Hoff belinnt gewest“,  folgen ein Heinrich, eine Catharina, ein Henrich und schließlich ein Corsgen, dessen Tod für 1695 bezeugt ist.

 

In den Meetbüchern, welche die Preußen 1706-1746 führten, finden wir diese Spur aufgenommen mit einem Geel Raser, dem ein van Beisten und ein nicht näher bezeichnetes Geschwisterpaar folgte.


Eintrag im preußischen Meetbuch

 

Mit dem Ende des Ancien Régime und der Besetzung des linken Rheinufers durch die Armeen des revolutionären Frankreich (1794) begann auch für die Viersener Bevölkerung eine neue Zeit. Sie wurde in Bevölkerungslisten erfasst, ihr Grundbesitz genausten kartografiert – natürlich alles vor dem Hintergrund, effizienter Steuern erheben zu können. Diesen Maßnahmen verdanken wir aber auch eine Nennung der Mühlenbewohner. Für 1803 begegnen uns als Mühlenbesitzer einem Matthias Busch, der den Hof gemeinsam mit den drei Frauen Margaretha, Anna Maria und Janette Rahser bewohnte. Ebenso erhielten wir von den Franzosen die erste kartografische Darstellung des Mühlengebäudes, welches sich in der Urkatasterkarte von 1812 findet. Hier eine Rekonstruktion dieser Kartenaufnahe aus dem Rheinischen Städteatlas.

 


Katasterkarte 1812

 

 

Die alten Rahser- bzw. Biesemmühle (StaV, Bildarchiv 2/26)

 

Die erste Bildliche Darstellung der Mühle, über die hier auch nun genug erzählt sei, besitzen wir aus dem Jahre 1880. Es handelt sich um ein Gemälde von Matthias Deussen, des ehemaligen Zeichenlehrers der Höheren Bürgerschule.

 

Von der kleine Getreidemühle, die bis ca. 1890 lief und dann abgreissen wurde, existiert nur eine einzige alte Fotografie, die uns einen kleinen Eindruck von der Bescheidenheit der damaligen Verhältnisse liefert. Das schmale Band des Dorfer Baches, wird von lehmigen Ufern und traurigen Pappeln gesäumt. Im auffälligen Gegensatz befindet sich davor eine offenkundig extra herausgeputzte Personengruppe – die Männer im Anzug, die Frauen mit weißen Schürzen, die Knaben mit Hut und die händchenhaltenden Kleinen im hübschen Kleidchen. Es handelt sich um eine der ältesten Fotografien Viersens, die in den 1880er wenn nicht sogar in den 1870er Jahren entstanden sein muss.

 

 

 

 

 

 

Das 19. Jahrhundert
1812                                                         1844

 

 

Am 29.05.1869 erfolgte die Benennung der Burgstraße (Bereich zw. Linden- und Goetersstraße). Es ist bezeichnend, dass die Bennennung erst so spät erfolgte, denn die Kartenwerke der Jahre 1812 und 1844 zeigen, dass es sich bei der heutigen Burgstraße in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eher um einen Feldweg handelte, der von keinerlei Bebauung gesäumt war.

 

Dies änderte sich erst mit dem Entwurf des Städtischen Bebauungsplanes im Jahre 1856.

 

 

Viersen 1853 mit den rot eingezeichneten projektierten neuen Straßenzügen des Bebauungsplans von 1856.

 

Der Bebauungsplan knüpfte an die allgemeinen Bestrebungen an, die Mitte des 19. Jahrhunderts das ungezügelte und unregulierte Wachstum der Städte in geordnete Bahnen zu lenken suchten. In Viersen wurden die Planungen maßgeblich durch die 1851 angelegte Eisenbahntrasse im Osten beeinflusst, da sich zwischen ihr und der Hauptstraße ein freies Areal erstreckte, das sich geradezu für eine Erschließung anbot.

 

Im Gegensatz zu den oftmals geschwungenen, an Wasserläufen orientierten Wegeverbindungen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, griffen die Planungen das Ideal der antiken römischen Stadt mit ihren rechtwinkligen Straßenverläufen wieder auf, die Rationalität und Zweckmäßigkeit suggerierten.

Diese Bezüge auf die Antike fanden sich natürlich auch in der Architektur, wo man sich auf die Lehren Vitruvs bezog, nach der das Feine auf das Grobe aufzubauen habe. So entstand im Kreuzungsbereich Burgstraße / Bahnhofstraße nach Plänen des Architekten Schnitzler 1872 das Kontor der Firma Gebhard, welches 1887 von der Stadt Viersen angekauft wurde und seitdem als Rathaus verwendet wird.

 

Die historischen Bezüge der Gründerzeit traugen aber natürlich auch dem Geist der zeit entsprechend neogotische Elemente. Ein Beispiel hierfür liefert das Kreigerdenkmal. Kurz nach dem Sieg über Frankreich und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wurde es am Kreuzungspunkt von Burg- und Lindenstraße errichtet. Da Letztere direkt auf das Denkmal zulief und dieses auch von einer kleinen Gartenanlage umhegt war, besaß es einen repräsentativeren Standort als heute, wo man es an der Freiheitsstraße gegenüber der alten Post findet.

 

 

Kaiserkriegerdenkmal und im Hintergrund die Villa von der Linde urspr. die 1899 von B. Küppers gebaute "Villa Westfalia"

 

 

Viersen 1890

 

Der gründerzeitliche Bauboom, der auch Viersen erfasste, vollzog sich von der Hauptstraße ausgehend in west-östliche Richtung, so dass zunächst an Lindenstraße und Bahnhofstraße  eine neue Bebauung entstand und die Burgstraße vornehmlich Häuser in den Kreuzungsbereichen zu diesen beiden Straßen aufwies.

Die Bahnhofstraße, damals noch Casinostraße genannt, wandelte sich in diesen Jahrzehnten in eine Meile des Besitz- und Bildungsbürgertums – insbesondere innerhalb des Jahrzehnts zwischen 1890 und 1900. Dies zeigen anschaulich die beiden folgenden Karten, welche die Wohnsitze der höchstversteuerten Einwohner zw. 1889 und 1911 zeigen:

 

 

 

Die topografische Karte des Jahres 1890 zeigt uns, dass nicht nur die Bahnhofstraße sondern auch weite Teile der Burgstraße bereits ausgebaut waren, allerdings befand sich im Bereich zwischen Bahnhofstraße und Lindenstraße noch eine Lücke, die sich erst bis zum Jahre 1900 schloss. Diese Maßnahme stand in Zusammenhang mit der Anlage des repräsentativen Stadtgartens, der den am alten Bahnhof ankommenden Besuchern ein eindrucksvolles Entree in die Stadt präsentieren sollte. Dieser Effekt wurde durch den schönen Bau des Hotels Lennertz verstärkt, das dem Stadtgarten gegenüber an der Westseite der Burgstraße errichtet wurde – direkt vis-à-vis zum Rathaus.

 

Der Stadtgarten (damals noch Rathausplatz) mit der Unternehmervilla De Jongcheere, dem Rathaus und dem Hotel Lennartz.

 

Die Konzentration des Besitzbürgertums in der Umgebung der Burgstraße, war nicht nur dem Umstand geschuldet, dass sich Gleich gern zu Gleich gesellt, sondern auch dem Vorhandensein der Fabrikanlagen der Firma Kaisers Kaffee Geschäft sowie der Firma Schaub und Heckmann.

 

Letztere war die ältere und zunächst auch bedeutendere. Durch die 1858 nördlich der Lindenstraße errichtete Samt- und Seidenfabrik blieb die nördliche Burgstraße an ihrer Westseite bis in die 1960er Jahre hinein von Industrieanlagen dominiert. Wie damals durchaus üblich besaß auch die Familie Heckmann ihren Privatwohnsitz in unmittelbarer Nähe zur Fabrik. Ihr gehörte das hinter hohen Mauern schlummernde Anwesen südlich der Lindenstraße, das später in den Besitz des Fabrikanten Ernst Dinsing überging. Der schöne Garten besaß eine 1881 erbaute Glasveranda, die als Musikraum mit zum Garten hin versenkbaren Fenstern erbaut wurde.

Die Familien Schaub und Heckmann besaßen in Viersen eine bedeutende Stellung – nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Förderer von Kunst, Kultur und Vereinsleben. So war der spätere Oberstadtdirektor Carl Schaub nach 1945 maßgeblich daran beteiligt, Viersens Ruf als „Kulturstadt am Niederrhein“ zu begründen.

 

Josef Kaiser kaufte 1899 zunächst das Areal der alten Diergadt’schen Textilfabrik, um hier seine Produktionsstätten zu etablieren. Wie die Heckmanns besaß er in der Nähe seiner Fabrik  auch seinen privaten Wohnsitz (Lindenstraße 7).

 

Die Produktionsstätten der Firma Kaisers weiteten sich bis 1910 stetig aus – so erwarb man auch das Areal der Goetersmühle und errichtete hier die Schokoladenfabrik. Dieser Umstand gestaltete sich weniger problematisch für das Wohnumfeld als man es bei einer Fabrikerweiterung denken mag, denn der köstliche Duft der Keks- und Schokoladenfabrik versöhnte doch sehr.

 

Nach der Jahrhundertwende ergaben sich weitere, tiefgreifende Veränderungen im Umfeld der Burgstraße. An der Nordseite des Stadtgartens entstand ab 1905 eine neue Häuserzeile, wodurch eine Trennung der Grünflächen von Stadtgarten und Krieger-Denkmal herbeigeführt wurde.

 

 

Alter Stadtgarten, Viersen mit der Erstbebauung Am Stadtgarten, Vie. Rechts das Kaiser-Krieger-Denkmal auf dem Denkmalplatz, Vie und die Villa von der Linde, links die Rathausstraße mit der Gartenmauer vom Anwesen Dinsing. Dahinter der Fimenkomplex der Fa. Schaub & Heckmann.

 

Zu dieser Zeit wurde auch die Einmündung der Burgstraße  in die Goetersstraße begradigt. In alter Zeit hatte diese in Richtung der Beisenmühle einen Linksknick aufgewiesen.

 

Auch der Bau des jugendstilgeprägten Stadtbades (1905/06) führte zu einer weiteren Aufwertung der Burgstraße, insbesondere deshalb, weil es den Straßenzug gegenüber dem Industriegelände von Kaisers abschirmte.

 

Bis 1920 erfuhr das Umfeld der Burgstraße eine weitere Veränderung indem die zahlreichen Schienentrassen im Osten durch die Verlegung des Bahnhofs (1917) erheblich ausgedünnt und zudem ein Grünstreifen östlich des Stadtgartens angelegt wurde.

 

Die Soldaten, die 1914 noch am alten Bahnhof in den Krieg gezogen waren, kehrten 1918 am neuen Bahnhof am Eichelnbusch zurück. Und nur kurz nach ihnen kamen die belgischen Besatzungstruppen.

 

Offenkundig besaßen die Militärs der Besatzungsmächte bei der Auswahl ihrer Residenzen in Viersen einen guten Geschmack, denn so wie sich nach dem Zweiten Weltkrieg englische Generäle in der Villa Pfau, in der wir heute zu Gast sein dürfen, einquartierten, so wählte der belgische Ortskommandant nach dem Ersten Weltkrieg das Hotel Lennertz – offenkundig auch aus dem Bestreben heraus, die deutschen Behörden im gegenüberliegenden Rathaus besonders gut im Blick halten zu können.

 

1931/32 entstand nördlich des Hotels die Villa Pfau. Es wurde das neue Domizil von Walter Kaiser, dem Sohn des Kommerzienrats, der zuvor auf der Bahnhofstraße jenes wilhelminisch geprägte Haus bewohnt hatte, das sich heute im Besitz der Gesellschaft Erholung befindet. Er folgte damit dem Zug der neuen Zeit und setzte sich bewusst von den Wohnformen seines Vaters ab, die stets auf die Vergangenheit referenzierten. Haus Clee, das Josef Kaiser in Waldniel errichten ließ, entsprach in seiner Bauweise noch ganz dem englischen Landhausstiel, das sich hierin befindliche Schistlzimmer ist ein Beispiel der Spätromantik.


Nachdem Viersen Ende der 1920er Jahre seine höchste urbane Qualität erreicht hatte, kündigte die Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30.01.1933 – heute vor 80 Jahren – eine dunkle Zukunft an, die in den Schrecken des Zweiten Weltkrieges ihren Höhepunkt fand.

 

Bei den Angriffen US-Amerikanischer Bomberflotten im Februar 1945 wurde die Burgstraße schwer getroffen. Während die Ostseite weitgehend unbeschädigt davonkam, wurden die meisten Gebäude an der westlichen Straßenseite zerstört, so z.B. das Hotel Lennertz, die Firma Schaub & Heckmann und die Schokoladenfabrik von Kaisers. Unbeschädigt blieben hingegen Rathaus und Stadtbad.

 

 

Das zerstörte Hotel Lennertz

 

 

Stadtarchiv Viersen, Karten 27,  Schadensatlas 19435

 

Es folgte die Zeit des Wiederaufbaus. Während dieser sich in den andern Teilen der Stadt rasch vollzug, bliebn die Narben des Krieges an der Burgstraße lange sichtbar. Die Firmenbetriebe westlich der Straße wurden zunächst wieder instandgesetzt. An der Ostseite entstand hingegen neue Wohnbebauung, insbesondere im Bereich zw. Lindenstraße und dem Straßenzug „Am Niersverband“, wo vormals nur im äußersten Süden einige wenige Gebäude existierten. Einhegend mit dem Wachstum dieser Wohnbebauung wurde auch das Kaiser- und Kriegerdenkmal an die Freiheitsstraße versetzt.

 

Trotz aller Bemühungen um den Wiederaufbau erreichten Bahnhofstraße und Lindenstraße nicht mehr die urbane Qualität der Vorkriegszeit. Die durch Bombentreffer gerissenen Lücken in den wilhelminischen Bauensembles wurden mit nüchternen 1950er-Jahre Bauten gefüllt. Die vermögenderen Familien in Viersen zogen nun in die neuentstandenen Baugebiete in der Nähe des Hohen Buschs (Bismarckstraße, Im Grünen Winkel).

 

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Nachkriegsjahren führte dazu, dass nun auch die westliche Straßenseite der Burgstraße durchgängig bebaut und in den 1960er Jahren die Lücke zwischen der Villa Pfau und der Lindenstraße geschlossen wurde.

 

In den 1960er Jahren begann auch die Industrie aus dem Stadtkern zu schwinden. Die Firma Schaub & Heckmann schloss ihre Tore. Ende der 1970er Jahren erfolgte dann auch die Auslagerung des KKG-Industriegebietes an den Lichtenberg. Mit dem Freiwerden dieser Flächen eröffneten sich neue stadtplanerische Möglichkeiten.

 

Im Jahre 1982 wurde auf dem alten Kaisersgelände das Kreishaus fertig gestellt. Die Diergadtstraße erschloss von der Burgstraße aus den neuangelegten Diegardtplatz nördlich des Kreishauses. Hier wurde auch 1992 der New Star von Mark die Suvero aufgestellt. An der Nordseite des Platzes, im Straßendreieck zu Burgstraße und Goetersstraße, entstand das Wohngebiet Hammsteg.

 

 

Die Plastik "NEW Star" des amerikanischen Künstlers Mark di Suvero wure im Mai 1992 auf dem Diergardtplatz aufgestellt und am 21.5.1992 der Öffentlichkeit übergeben.

 

Die nur provisorische hergerichtete Ruine des alten Hotels Lennertz verschwand erst 1989 aus dem Stadtbild als hier die Dresdner Bank ihre neue Filiale errichtete.

 

Anstelle des alten Firmengeländes von Schaub & Heckmann wurde nach Plänen des Architektenteams Prof. Ernst Kasper, Aachen und Dipl. Ing. Heinz Dohmen die neue Polizeistation erbaut und im Mai 1990 eingeweiht.  Damit war die Umgestaltung der nördlichen Burgstraße zu einem vorläufigen Schlusspunkt gelangt.

 

 

Stadtarchiv 5/4537

Text © Marcus Ewers

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